Fokus des Monats Oktober: SEASON OF CHANGE

Harvest · Gratitude · Release · Impermanence

Embrace the season of change

Der Oktober steht bei Michi’s Yoga ganz im Zeichen der Veränderung.

Der Herbst ist für mich immer eine besondere Zeit. Die Natur verändert sich, die Tage werden kürzer, das Tempo wird langsamer. Es ist die Zeit der Ernte, aber auch die Zeit des Loslassens.

Und vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Erinnerungen, die uns der Herbst schenkt: Alles im Leben ist in Bewegung. Nichts bleibt für immer, wie es ist.

In unseren Yogaklassen beschäftigen wir uns deshalb vier Wochen lang mit unterschiedlichen Facetten von Veränderung.

Wir schauen zurück, üben Dankbarkeit, hinterfragen alte Vorstellungen und setzen uns schließlich auch mit einem Thema auseinander, über das wir im Alltag oft nur ungern sprechen: unserer Vergänglichkeit.

WEEK 1 · HARVEST

Before you let go, notice what has grown.

Bevor wir etwas loslassen, dürfen wir erst einmal erkennen, was gewachsen ist.

Im Herbst denken wir bei Ernte meistens an das, was die Natur hervorbringt. Aber auch in unserem eigenen Leben gibt es eine Ernte.

Erfahrungen, die uns prägen. Herausforderungen, an denen wir wachsen. Dinge, die wir lernen. Veränderungen, die vielleicht von außen gar nicht sichtbar sind.

Nicht jede Ernte ist ein großer Erfolg. Manchmal ist es eine neue Erkenntnis, eine Grenze, die wir setzen, oder der Mut, etwas anders zu machen als bisher.

In der ersten Oktoberwoche geht es darum, innezuhalten und unsere persönliche Entwicklung anzuerkennen.

Was wächst in meinem Leben? Und was darf ich als meine persönliche Ernte erkennen?

WEEK 2 · GRATITUDE / DANKBARKEIT

Gratitude begins with noticing.

Nachdem wir unsere persönliche Ernte betrachten, geht es in der zweiten Woche darum, sie wertzuschätzen.

Dankbarkeit bedeutet nicht, dass immer alles gut sein muss. Sie bedeutet auch nicht, schwierige Erfahrungen schönzureden.

Vielmehr geht es darum, bewusst wahrzunehmen, was bereits da ist.

In der Yogaphilosophie begegnet uns hier Santosha, die Zufriedenheit mit dem gegenwärtigen Moment.

Wir beschäftigen uns außerdem mit Demut. Mit der Erkenntnis, dass wir vieles in unserem Leben nicht ausschließlich aus eigener Kraft erreichen.

Menschen begleiten, unterstützen und inspirieren uns. Manchmal hilft uns jemand genau im richtigen Moment.

Wir dürfen stolz auf das sein, was wir schaffen, und gleichzeitig dankbar für all das, was uns auf unserem Weg trägt.

Was und wer trägt dazu bei, dass ich heute hier stehe?

WEEK 3 · RELEASE

The Art of Letting Go.

In der dritten Woche beschäftigen wir uns mit der Kunst des Loslassens.

Und dabei geht es nicht nur darum, Dinge oder Gewohnheiten hinter uns zu lassen.

Oft halten wir auch an Erwartungen, Überzeugungen und Vorstellungen über uns selbst fest.

Wir identifizieren uns mit unserem Körper, unseren Gedanken, unserer Geschichte und unseren Rollen.

Aber all das verändert sich.

In der hinduistischen Tradition begegnet uns Shiva als Kraft der Auflösung und Transformation. Manchmal darf sich eine alte Vorstellung auflösen, damit etwas Neues entstehen kann.

Mit Aparigraha, dem yogischen Prinzip des Nicht-Festhaltens, und der Frage „Who am I?“ hinterfragen wir unsere eigenen Identifikationen.

Wer bin ich jenseits meiner Rollen? Jenseits meiner Leistungen? Jenseits der Geschichten, die ich mir über mich selbst erzähle?

Auch die buddhistische Lehre vom Anhaften begleitet uns dabei.

Und in einem langen Savasana dürfen wir das Loslassen nicht nur gedanklich betrachten, sondern körperlich erfahren.

Nichts erreichen. Nichts beweisen. Nichts festhalten müssen.

Who am I when I let go of who I think I am?

WEEK 4 · IMPERMANENCE

The Beauty of Impermanence.

In der letzten Oktoberwoche gehen wir noch einen Schritt weiter.

Zur Vergänglichkeit. Und damit auch zum Tod.

Nicht, um unsere Yogapraxis schwer oder traurig zu machen, sondern weil ich glaube, dass uns gerade die Auseinandersetzung mit unserer Endlichkeit helfen kann, das Leben bewusster zu schätzen.

In der buddhistischen Philosophie beschreibt Anicca die Vergänglichkeit aller bedingt entstandenen Dinge.

Unser Körper verändert sich. Unsere Gedanken kommen und gehen. Beziehungen und Lebensphasen verändern sich. Auch die schönsten Momente bleiben nicht für immer.

Und vielleicht macht genau das sie so kostbar.

Wir wissen alle, dass unser Leben begrenzt ist. Und trotzdem leben wir manchmal so, als hätten wir unendlich viel Zeit.

Wir verschieben Dinge auf später. Wir warten auf den richtigen Moment. Wir beschäftigen uns mit Erwartungen und Sorgen und übersehen dabei manchmal das Leben, das gerade jetzt stattfindet.

Mich inspirieren dabei auch die Gedanken von Pema Chödrön über Vergänglichkeit und Unsicherheit sowie Bronnie Wares Buch 5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen.

Denn am Ende geht es oft nicht darum, wie viel wir leisten oder besitzen.

Sondern darum, ob wir unser eigenes Leben leben. Ob wir uns Zeit für die Menschen nehmen, die wir lieben. Ob wir unsere Gefühle ausdrücken, Freundschaften pflegen und uns selbst Freude erlauben.

Vielleicht müssen wir nicht erst am Ende unseres Lebens stehen, um zu erkennen, was wirklich wichtig ist.

The awareness of death is an invitation to life.

Was bleibt vom Oktober?

Vier Wochen. Vier unterschiedliche Perspektiven. Und doch hängt alles miteinander zusammen.

HARVEST: Erkenne, was wächst und was du bereits geschaffen hast.

GRATITUDE: Schätze wert, was und wer dich auf deinem Weg begleitet.

RELEASE: Lass los, was du nicht mehr festhalten musst.

IMPERMANENCE: Erkenne, wie kostbar das Leben gerade durch seine Vergänglichkeit ist.

Vielleicht müssen wir Veränderung nicht immer als etwas betrachten, gegen das wir uns wehren müssen.

Vielleicht können wir lernen, sie als natürlichen Teil unseres Lebens anzunehmen.

Zu erkennen, was wächst.

Dankbar zu sein für das, was ist.

Loszulassen, was nicht mehr passt.

Und bewusster mit der Zeit umzugehen, die uns geschenkt ist.

Denn am Ende geht es nicht darum, alles festzuhalten.

Sondern darum, wirklich zu leben.

For this breath. For this moment. For this life.

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