Warum es so wichtig ist unseren Gefühlen Raum zu geben

 

Gefühlsecht

 

 

Ich fühle mich nicht gut. Schlapp. Freudlos.
Eigentlich so gar nicht meine Art. Es ist weder etwas passiert noch gab es einen Anlass dafür.
Und dennoch fühle ich mich aus unergründbaren Gründen einfach nicht gut.

 

Grüble viel. Denke an die Zukunft, an die Vergangenheit. Selbstzweifel überkommen mich. Gefühle von „nicht-gut-genug-sein“ und „nicht-genügen“. Zukunftsängste. Unzufriedenheit.
Und dazu kommt noch etwas unruhiges, zappeliges.

 

Am Wochenende absolviere ich den letzten Teil meines YIN-Yoga Trainings in Hamburg. Was soll’s – alles ist gebucht und so schlimm ist’s nun auch wieder nicht, also auf geht’s zum Flughafen. Obwohl ich total gern verreise, vermisse ich jetzt schon mein Zuhause, meinen Mann und meinen Hund. Na das kann ja heiter werden.

 

Angekommen in Hamburg klappt alles wieder einmal wunderbar und wie ich dann so im Hotel liege, entscheide ich mich bereits am Donnerstag Abend eine außertourliche – dynamische – Yoga-Einheit einzuschieben. Kann ja nicht schaden…
Verdrängen ist angesagt. Und so quäle ich mich durch Krieger & Co und falle abends in mein Bett.

 

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Freitag in der Ausbildung kommt es dann hart auf hart. Wir üben eine 2h lange Sequenz speziell für den Nieren und Blasen-Meridian, welcher – Zufall??? – genau diese Themen (vor allem die Angst) als hauptsächliche Emotionen zugeordnet werden.
Super…

 

Es werden zwei ziemlich lange Stunden für mich. Mich quälen Positionen die ich normalerweise genieße und vor allem im Kopf ist schön viel los, ich komme nicht zur Ruhe. Anders als gestern zwinge ich mich heute aber hinzuspüren – zu fühlen – zu akzeptieren.

 

„If you really feel – you heal“

 

Ich entscheide mich einfach dafür zu akzeptieren dass es heute nun mal so ist. Erlaube mir diesen Zustand.
Ich höre auf dagegen anzukämpfen und versuche loszulassen. Sowohl im Kopf als auch im Körper.
Konzentriere mich auf meinen Atem. Und natürlich ist das nicht leicht und schon gar nicht angenehm.

 

 

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Und was oft so dahingesagt wird – „jetzt lass mal los“ – und auch oft als Klischee daherkommt – funktioniert plötzlich.

 

Der Kopf wird zumindest ein bisschen ruhiger, der Körper weicher.

 

Natürlich ist nicht alles weg, und ich schwebe am Ende des Tages auch nicht zur Tür hinaus.
Aber am nächsten Tag stellt sich wieder etwas mehr das gewohnte Wohlgefühl ein, ich bin besser drauf, fühle mich wieder gelassener, fröhlicher, glücklicher.

 

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Was du ablehnst – das bleibt…

 

Es ist so wichtig für uns, unsere Gefühle auch wahrzunehmen und diese zu fühlen anstatt diese zu verdrängen.
Sie zu akzeptieren und vielleicht auch zu hinterfragen. Was steckt dahinter? Welchen Grund habe ich mich so zu fühlen?
Ist alles wirklich so schlimm? Oder einfach auch mal nur so sein zu lassen, ABER wahrzunehmen und zu fühlen.

 

 

Dich mit deinen Schatten – und damit sind all deine als negative empfundenen Gefühle, Werte und Eigenschaften gemeint –
auseinanderzusetzen ist eine wesentliche Voraussetzung, dich selber zu akzeptieren und zu schätzen.
Und sobald du das tust, verändert sich alles.

 

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Alles was wir verdrängen holt uns bestimmt irgendwann wieder ein. Zu einem wahrscheinlich noch ungünstigeren Zeitpunkt. In vielleicht größerem Umfang. Also fühle es jetzt – unabhängig davon ob es dir jetzt gerade reinpasst (denn das tut es nie).
Und unabhängig davon was andere sagen. Es geht hier schließlich um DICH.

 

Yoga und besonders YIN Yoga können eine Möglichkeit oder Hilfe dabei sein. Sich eine kleine Auszeit zu nehmen. Um sich selber kümmern. Spüren und fühlen was gerade da ist. Akzeptieren und annehmen.
Mir hilft es immer auf die Matte zu gehen und mich wieder mit mir selber zu verbinden. Und wenn danach auch nicht alles rosarot ist, es ist NIE schlechter. Ich fühle mich danach IMMER ein bisschen besser.

 

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Bleib freundlich zu dir. Bewerte dich nicht. Vergleiche dich nicht mit anderen. Und vor allem: Tu dir was Gutes!

 

Selfcare & Selflove

 

Das soll jetzt keine Aufforderung zum shoppen oder Konsumwahn sein, aber wenn es dir hilft, kauf dir was Schönes!
Gönn dir was Leckeres zu Essen! Lese eine tolle Zeitschrift! Gönn dir eine Massage! Hör deinen Lieblingssong! Tanze in der Wohnung rum! Geh zum Yoga! Bleib den ganzen Tag auf der Couch und schaue Lieblingsserien! Geh in die Natur! Umgib dich mit positiven, liebenswerten Menschen!
Was immer es auch ist was dir gut tut: MACH ES!!! Kümmere dich um DICH und um DEIN Wohlbefinden!

 

In meinem Fall hab ich mich mit veganem Essen verwöhnt (dem weltbesten veganen Burger), einer ausgiebigen, heißen Dusche, einer neuen pinken (!) Geldbörse und netten, liebenswerten und positiven Menschen!

 

Collage

 

Alles Liebe,
Michi

 

PS: wer sich jetzt fragt warum ich weiße Punkte im Gesicht kleben habe: wir haben uns in der Ausbildung mit den Meridianen beschäftigt und uns diese als Punkte auf den gesamten Körper geklebt. So wurde die Meridianverläufe besser sichtbar und wir konnten die jeweiligen YIN Yoga Positionen dazu analysieren, welche Position beeinflusst welchen Meridian usw.