Fokus dem Monats Oktober: Yoga is Action

Ab sofort gibt es statt eines Wochenthemas immer ein Monatsthema mit dem wir uns intensiver auseinandersetzen.

Dieses Thema ist inspiriert von der Yoga Philospohie, den alten Yoga Schriften wie Hatha Yoga Pradipikia und den Yoga Sutren von Patanjali. 
Diese tausende Jahre alten Schriften haben nichts an Gültigkeit verloren und geben uns auch in der heutigen Zeit wichtige Impulse und Inspiration.

Die Yogapraxis variert jede Woche aber wir bleiben diesem Fokus treu.

Der Fokus des Monats entstammt der Jivamukti Tradtion und stammt dieses Monat von Senior Teacher Jules Febre. Dieser Text ist davon inspiriert.

Yoga ist Aktion

 

sarve bhavantu sukhinaḥ
sarve santu nirāmayāḥ
sarve bhadrāṇi paśyantu 
mā kaścid duḥka-bhāg bhavet
Mögen alle glücklich sein.
Mögen alle gesund sein.
Mögen sich alle um das Wohlergehen anderer bemühen.
Möge niemand Leid erfahren.
– Vedisches Gebet –
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Möchten wir das wirklich? 

Dass alle glücklich sind? Dass niemand Leid erfahren möge? Na klar oder?

Aber kommt es wirklich aus der Tiefe unseres Herzens?
Und wenn wir das wirklich wollen, wie sehen unsere Handlungen aus, um dieses Ziel zu erreichen?
Yoga ist zum Einen ein Zurückziehen und Praktizieren sein, ein „retreating from the outside“. Wir ziehen uns zurück und nach unserer Praxis gehen wir wieder hinaus und

Wir brauchen die Praxis um die Stärke und Stabilität zu haben, unsere Überzeugungen durchzusetzen.

Vielleicht sind wir Vegan und möchten kein Leid erzeugen indem wir tierisches Produkte essen.
Oder wir sind aktiv im Klimaschutz tätig und geben unser bestes nicht nur unseren eigenen Müll zu vermeiden, CO2 einzusparen sondern setzen uns auch aktiv in unserer Community dafür ein.

Die Hatha Yoga Pradipikia, (HYP) beschreibt im Absatz 1.12 wie der Platz unserer Praxis aussehen soll.

Können wir diese Absichten wie Kindness, Güte, Mitgefühl von unserem Platz zuhause, im Yogastudio etc. auch in die Welt tragen?

Können wir uns auch „draußen“ mit den selben Absichten verhalten und auch handeln?

Wir arbeiten im Yoga nicht nur an unseren Haltungen und unserem Körper, sondern vor allem auch an einer Transformation unserer inneren Haltung.

Yoga bedeutet Einheit, Eins-Sein, Harmonie, Verbindung. Mit uns selbst. Mit Anderen. Mit der Welt und all ihren Wesen.
Doch dazu reicht es nicht wenn wir nur unsere Krieger auf der Matte praktizieren.
Lasst uns auch im Alltag mit genau der selben Leidenschaft und Disiplin handeln und die Welt so ein bisschen besser machen.

Inspiration des Fokus des Monats durch Jivamukti Senior Teacher Jules Febre und Martyna Eder. Danke für die Inspiration.

Praxis Tipps im Oktober

Lass das Yogastudio dein Ashram sein

Der Gang zu einer Yogaschule/einem Yogastudio ist vergleichbar mit dem Gang in ein Ashram.

Wir finden uns an einem Ort wieder, an dem der Lärm der Außenwelt leiser ist und wir uns besser auf unsere Innenwelt konzentrieren können.

Erinnere dich daran, dass dies ein heiliger Ort ist. Ein Magnet für jene, die an der Erforschung ihres Geistes und der kollektiven Gesundheit ihrer Gemeinschaft interessiert sind. Bedanke dich bei den Menschen, die mit dir in der Klasse sind.

Satya = Wahrheit, Wahrhaftigkeit

Eines der 5 Yamas, der ethischen Verhaltensregeln die in den Yoga Sutren von Patanjali (400 – 200 v. Chr) erwähnt werden ist Satya. Satya bedeutet Wahrhaftigkeit  bzw. das Sprechen der Wahrheit als Praxis.
Wie sieht diese Praxis aus? Setze ich mich für andere ein? Mache ich auf Unwahrheiten aufmerksam? Trage ich eine Verantwortung dafür, die Wahrheit zu sprechen? Diese Vorgehensweise lässt sich bei allen Yamas wiederholen.

Chanting, Singen von Mantren

Singe Chants über die Freiheit. “Tryambakaṁ…”, “Asato mā…”, “Lokāḥ Samastāḥ Sukhino Bhavantu” oder andere.

Yoga und spirituelle Philosophie sind kein Gaslighting. Wir sagen Menschen nicht nur, sich selbst und die Welt zu ändern. Wir arbeiten gleichzeitig an uns selbst und an der Welt.

Engagiere dich, komm ins Tun - Be the change you want to see in the world

Schaffe einen sauberen Ort für die Praxis und setze dich gegen Umweltverschmutzung ein.
Wenn alle Wesen glücklich und frei sein sollen, schließt das auch tatsächlich alle Wesen in allen Welten ein. Kann ich das wollen und gleichzeitig Fleisch und Milchprodukte konsumieren, welche Tierleid fördern? Auch wenn es ungemütlich ist, schau hin, informiere dich und sei auch für andere ein Vorbild.
Setze dich für Menschenrechte, Frauenrechte, LGBTQI+ Rechte, Black Live Matters, etc. ein. Engagiere dich dort, wo deine Leidenschaft ist und in welchen Bereich du etwas verändern kannst.
Du musst nicht in allen Bereichen immer 100% geben, fang dort an wo es dir leicht fällt und beginne einfach.
Ermutige Menschen, den Zusammenhang herzustellen und tätig zu werden. Be the change you want to see in the world! Sei die Inspiration!