its all about change or change is the only constant
Veränderung ist die einzige Konstante im Leben

Die ganze Welt ist im Wandel und in ständiger Veränderung. Doch wie begegnen wir dieser Veränderung? Lassen wir uns einfach mitreißen vom Strom des Lebens? Von all den Ereignissen die ständig in dieser Welt passieren?

Oft versuchen wir bestimmte Dinge nur äußerlich zu erzwingen, um ein bestimmtes Ergebnis zu erreichen. Doch wenn die Veränderung nicht von innen heraus bestimmt, wird sie nicht von Dauer sein und befriedigt unser Ego nur kurz. 
Als Yogis versuchen wir durch verschiedene Praktiken etwas zu verändern; wir wollen Transformation,
weg vom „weltlichen“ hin zu mehr „spirituellem“. Wir versuchen durch verschiedene Techniken und Abfolgen bestimmte Ergebnisse und Veränderungen zu erzielen.
Weniger Ego, mehr Bewusstsein, Einheit und Harmonie.

 

Wie uns Yoga hilft unsere Wahrnehmung zu schulen

Auf der Matte bekommen wir einen flüchtigen Eindruck dass es beim Yoga mehr geht, als um brezelartige Verrenkungen. 
Yoga und die zugehörtige Philosophie basiert auf den Yoga Sutren oder Sutras, die vom Guru oder Gelehrten Patanjali vor rund 2000 Jahren verfasst wurden. 
Und diese Sutren sind bis heute ein wichtiger Ratgeber und die Basis des Yoga. Nur durch die Sutren und den Einbezug der alten Schriften verdient die Yogapraxis auch ihre Bezeichnung. Alles andere ist tatsächlich nur Gymnastik. 
Die Sutren enthalten Lektionen, wie man mit Verlust, Leid, Unzufriedenheit usw. umgeht. Und sie geben Rat, wie man Freude entwickeln und ein gesundes, glückliches und erfülltes Leben leben kann.
Natürlich hat die körperliche Praxis enormen Wert für uns, und nicht immer sind die Sutren sofort verständlich oder umsetzbar. Aber nach und nach werden wir MEHR von der Yogapraxis wollen und dieses MEHR auch vielleicht bewusster spüren.

 

Die Wichtigkeit von Sequenzen

Patanjali spricht über die Wichtigkeit von der richtigen Sequenz oder Anordnung, Aneinanderreihung von Dingen um bestimmte Veränderungen zu erreichen und gibt uns viele Beispiele dafür.

Sutra III.15 कर्मान्यत्वं पěरणामान्यत्वेहेतुः ॥१५ ॥ 
kramānyatvaṁ pariṇāmānyateve hetuḥ
Verschiedene (anyatvaṁ) Schritte (krama) verursachen (hetuḥ) verschiedene, ausgeprägte (anyatve) Veränderungen (pariṇāma).

Wenn wir über Veränderungen vor allem auf persönlicher Ebene sprechen, geht es immer wieder darum Leid zu verringern und ein wunderschönes Leben zu erfahren. Patanjali macht deutlich, dass unterschiedliche Handlungen auch zu unterschiedlichen Ergebnissen führen, welche wiederrum auf den vorhergehenden Handlungen basieren. So führt uns jeder Schritt in unserem Leben zum nächsten und auch zum jeweiligen Ergebnis. Wenn wir somit mit dem Ergebnis nicht zufrieden sind, sollten wir dann nicht Handlungen in unserem Leben setzen, die etwas verändern? Die ein anderes Ergebnis hervorbringen?

Patanjali gibt uns hier wertvolle Sequenzen an die Hand, deren Befolgung mehr Bewusstsein auf verschiedenen Ebenen bringt.
(die Ashtanga Yoga Sequenz – die die Basis unserer körperlichen Asana Praxis (Sonnengrüße etc aber auch Atemübungen) beinhalten , the Yamas, Niyamas, and und die Reinigungstechniken des Kriya Yoga)

Man kann das Leben nur rückwärts verstehen, aber leben muss man es vorwärts. (Søren Kierkegaard)

In einer Rede 2005 in Standford sprach Steve Jobs über „connecting the dots of life“.
Wenn wir auf unser Leben zurückschauen, können wir bestimmte Punkte verbinden und verstehen, warum gewisse Dinge passieren mussten und bestimmte Entscheidungen getroffen wurden, um uns dahin zu bringen wo wir am Ende des Tages sind.

“You have to trust in something, your gut, destiny, life, karma…”.

Wir wissen oft nicht warum wir gewisse Entscheidungen treffen, geradezu jene die logisch keinen Sinn ergeben. 
Wenn wir jedoch Vertrauen ins Leben und uns haben, werden uns gerade diese Entscheidungen „the bigger picture“ oder das gesamte Bild bewusst machen. 

Unsere Handlungen bestimmen somit immer unsere Lebensereignisse.
Aber erst durch das Verständnis und die Beziehung zum großen Ganzen,
durch Vertrauen in den Wandel, 
können wir unseren Teil beitragen.
Wir nehmen wahr wann es Zeit ist, unsere Samen zu sähen, wann sie Wasser, Sonne und Nahrung brauchen, und wann es Zeit ist sie in Ruhe reifen zu lassen. 
So kann unsere Essenz, unser wahres Selbst wachsen und gedeihen.

क्षणप्रतियोगी परिणामापरान्तनिर्ग्राह्यः क्रमः ॥३३॥
kṣaṇa-pratiyogī pariṇāmāparānta-nirgrāhyaḥ kramaḥ ॥33॥

Das Gegenteil des Augenblicks (kṣaṇa) ist die Abfolge der Wandlungen (krama). Im diesem Zustand, in dem alles zur Ruhe gekommen ist, kannst Du die gesamte Abfolge von Wandlungen überblicken und verstehen.

Dr. Ronald Steiner – moderner Transfer

 

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Wir befinden uns inmitten einer großartigen kosmischen Sequenz, die uns unter allen Umständen lehrt und führt. Wir können lernen, den großen Bewegungen des Kosmos zu vertrauen und auf individuelle Manipulation der Außenwelt zum persönlichen Vorteil zu verzichten, um uns unserer Verbundenheit mit allen bewusst zu werden.

– Senior Jivamukti Teacher Petros Haffenrichter – 

In den Klassen im November:

– das Erkunden von Abfolgen und welche Ergebnisse sie bringen bzw das Erkunden der Yogapraxis als kleine Reise (warum Savasana/Endentspannung zum Schluss?, wann Meditation? Was bringt die körperliche Praxis), 
Sonnengrüße und deren „Magie der Abfolge“ denn sie führen uns nicht nur durch den Körper sondern auch durch unsere Energiezentren/Chakren

– allgemein werden die Chakren viel in die Praxis einfließen
so können wir feststellen wo die Energie gut und frei fließt und wo wir vielleicht „feststecken“

 – Erkunden anderer Abfolgen (kramah = Schritt, Abfolge) im Yoga wie Patañjali’s Ashtanga Yoga – also den achtgliedrigen Pfad und dessen Fokus vom Groben zum Feinen

1. Yamas – der Umgang mit der Umwelt
2. Niyamas – der Umgang mit sich selbst
3. Asanas – der Umgang mit dem Körper
4. Pranayama – der Umgang mit dem Atem
5. Pratyahara – der Umgang mit den Sinnen
6. – 8. Samyama – der Umgang mit dem Geist
6. Dharana – Konzentration
7. Dhyana – Meditation
8. Samadhi – das Höchste: die innere Freiheit

PS: es handelt sich bei diesem Text nur um eine persönliche Ideensammlung in Anlehnung an den Jivamukti Yoga Fokus des Monats. Diese Gedanken werden sich im Lauf der Zeit – hoffentlich – weiterentwickeln UND ändern und erheben keinen Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit ; )