Im Zuge meiner Yin-Yoga-Ausbildung in Hamburg durfte ich Andrea „Qbi“ Kubasch und ihrem Mann Dirk Bennewitz von Poweryoga Germany zum Thema Yin Yoga interviewen.
Die beiden betreiben erfolgreich zwei Yogastudios in Hamburg, sind Buchautoren, leiten international Yoga-Workshops und Ausbildungen und haben eine herrlich erfrischende Art Yoga zu unterrichten. Ganz frei von Klischees und Dogmen haben mich die beiden vor allem durch ihre direkte Art, ihren Hamburger Witz („frei Schnauze“ sozusagen) und natürlich durch ihr breites Wissen und ihre Erfahrung sehr begeistert und inspiriert!

 

 

1) Andrea, du und dein Mann Dirk seid bekennende Poweryogis – wie bist du zum Yoga gekommen? Warum zuerst Poweryoga und jetzt Yin Yoga?

Ich habe Madonnas Arme bewundert, und diese ganz banale Sehnsucht hat mich zum Yoga gebracht. In meiner Teenagerzeit habe ich Leistungssport gemacht, Rollschuh- und Eiskunstlauf. Am Höhepunkt dieser Karriere bekam ich von einem Sportarzt wegen starker Rückenprobleme eine tägliche Rückengymnastik verschrieben. Letztlich war es bereits eine Kombination aus Yin- und Yang-Yoga-Übungen – und sie half. Meine Mutter hat schon seit ich denken kann eine tägliche Yogapraxis, und auch heute, im hohen Alter übt sie immer nicht täglich. Sie ist mein großes Vorbild.

Als Marketingmanagerin in einer großen Plattenfirma war ich später immer ganz dicht an den Stars und durfte mit tollen Künstlern wie Madonna, Cher und Duran Duran arbeiten. So kam es, dass ich im amerikanischen Mekka der Yogis – in Santa Monica – Bryan Kest entdeckte. Eines Tages – den Begriff Burnout gab es noch nicht – zog ich die Reißleine in meinem Traumjob als Musikmanagerin. Im Jahre 2004 traf ich das erste Mal auf Paul Grilley und sein Yin-Yoga. Bald durften wir als direkte Schüler und als  einer der ersten Deutschen von diesem besonderen Menschen lernen. Ich habe auch bei vielen anderen bekannten Yoga-Meistern gelernt, die größte Ehre für mich war es, Patthabi Jois, den Begründer des Ashtanga Yoga, persönlich im Unterricht erfahren zu dürfen.

 

2) Was macht denn eurer Meinung nach das Besondere am Yin Yoga aus bzw. wieso sollte man Yin Yoga in seine Praxis integrieren? Ist das nicht Yoga für Faule? Oder gar langweilig?

Unsere vernetzte Welt birgt einen hohen Stresslevel. Physisch als auch psychisch zur Ruhe zu kommen, hilft uns, gesund zu bleiben. Mit Yin Yoga können wir direkt Einfluss auf unseren mentalen Zustand nehmen, es ist einer Meditation ähnlich.  Durch die Lösung von muskulären Spannungen, die ein Abbild unserer geistigen Verfassung darstellen, können wir zu einem freieren und leichteren Geist kommen, Stress reduzieren und entspannen. Die Praxis ist genauso intensiv und wirksam, wie eine dynamische Praxis. Man schwitzt eben nur nicht. Dafür hat man eine Menge andere interessante Wahrnehmungen.



3) Dirk, du bist neben deiner Tätigkeit als Yogalehrer und Studiobesitzer auch noch Bodyguard mit eigener Firma für Personenschutz, betreibst seit 35 Jahren die fernöstliche Kampfsportart Aikido, warst Fallschirmspringer bei der Bundeswehr …Wie passt denn zu all dieser geballten Männlichkeit nun Yoga ins Bild? Und überhaupt YIN Yoga? 

 

Wie fast alle Menschen strebe ich in meinem Leben nach Ausgleich. Für meine Arbeit als Sicherheitsbegleiter benötige ich viel Konzentration und Stressresistenz. Yoga und gerade auch Yin Yoga gibt mir die mentale und körperliche Entspannung, die ich dort benötige. Ausserdem sind Eliteinheiten immer auch Charakterschulen und lehren einen ein Wertesystem. Dazu gehören Eigenschaften wie Teamgeist, Mut und Zielstrebigkeit. Aikido wiederum lehrt einen, genau wie Yoga, Disziplin in der Praxis zu haben und trotzdem absichtslos und ergebnisunabhängig zu trainieren. Das ist also alles gar nicht so weit voneinander entfernt, wie es zunächst scheint.


Liebe Andrea, lieber Dirk – Vielen Dank für das Gespräch und dass ihr euch Zeit genommen habt!

 

Neugierig geworden? Schaut doch mal vorbei bei:
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Dirk Bennewitz

 

Und natürlich gibt’s eine Empfehlung für das neue Buch der beiden „Faszientraining mit Yin-Yoga“:



Verwendung der Bilder mit freundlicher Genehmigung von Poweryoga Germany, Dirk Bennewitz und Andrea Kubasch (Copyright Bilder (C) Marco Grundt) Vielen lieben Dank!